Wichtiger Hinweis!
Am 18.11.2017 wurde in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung die Auflösung des Vereins beschlossen.
Wir bedanken uns bei allen Mitgliedern, Paten und Spendern für die Treue und Unterstützung in fast 10 Jahren.
Jeder Cent, der noch auf dem Vereinskonto eingeht, kommt garantiert noch bei den Kindern in Pengo an.
Herzliche Grüße
Claudia und Rainer Bürkle
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Hier findet Ihr die Emails von Nici, einer Kinderärztin, die Anfang des Jahres, während ihres Urlaubs für "Ärzte für die Dritte Welt" gearbeitet hat. Die Mails vermitteln einen sehr realen Eindruck von der Zeit der Unruhe in Nairobi.

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02.03.2008 - Unglaubliche Nachrichten!
Hallo Ihr Lieben,



heute gegen 17 Uhr konnten wir im Fernsehen verfolgen, wie Kibaki und Raila Odinga ein Abkommen unterzeichnet haben, in dem die Macht zwischen den beiden aufgeteilt wurde. Es ist unglaublich, aber wahr! Der erste grosse Schritt in Richtung Frieden in Kenia ist damit getan. Im Fernsehen kamen heute zum ersten Mal jubelnde Menschen, die mit Zweigen auf die Strasse gingen, anstatt mit Pangas! Wir sind sehr beruehrt und koennen es noch gar nicht glauben und fassen. Natuerlich muss jetzt erst noch jede Menge Arbeit folgen, damit das Abkommen wirklich Fruechte traegt und langfristig tragfaehig ist, aber heute ist erstmal ein Freudentag fuer Kenia!!!



Ich bin unglaublich froh, dass ich an diesem Tag noch hiersein kann und freue mich total fuer dieses Land und die Menschen, die mir so am Herzen liegen.



Meine letzte Woche war sehr bewegt und hat mich auch viel Kraft gekostet. Ich hatte am Dienstag morgen ein schwerkrankes einjaehriges Kind bei mir auf der Liege liegen mit Malaria und Nackensteife. Beim Ausrechnen der Chinindosis habe ich mich dann verrechnet und viel zu viel Chinin iv gegeben. Leider habe ich das erst bemerkt, als die Infusion schon drin war. Der Vormittag war fuer mich dann mehr oder weniger gelaufen, da ich einfach nur noch am Weinen war. Caro hat das Kind ins Krankenhaus begleitet und dort wurde es auch ueberwacht, heute habe ich die Nachricht bekommen, dass es dem Kind gut geht und mir ist ein grosser Stein vom Herzen gefallen. Allerdings bin ich nach wie vor noch sehr bedrueckt, da mir ein solch dramatischer Fehler, der wirklich auch schlimmere Auswirkungen haette haben koennen, bisher - Gott sei Dank - noch nicht passiert ist.



Gewaltopfer hatten wir in der letzten Woche zum Glueck nicht mehr und ich hoffe sehr, dass mit dem heutigen Tag die Unruhen auch zu Ende sind und Kenia bzw die Kenianer wieder zur Ruhe kommen koennen und Zeit finden, um die ganzen Ereignisse zu verarbeiten und um wieder zueinander zu finden.



Wir haben heute noch ein schoenes Abschlussessen mit Harald, Peter, Fabian und Karin gehabt. Michael hatte fuer uns den Tisch draussen gedeckt und gegrillt und wir haben den lauen Sommerabend genossen und auf die guten Nachrichten angestossen. Harald fliegt jetzt ja wieder nach Deutschland zurueck, Fritz folgt ihm morgen nach. Caro und ich werden morgen abend nach Nanjuki fahren und dann ab Samstag auf den Mt. Kenia steigen. Wenn alles gut geht, werden wir am Sonntag auf dem Gipfel stehen und unseren Blick ueber Afrika schweifen lassen :-).



Von nun an koennt ihr mich ueber meine normale email - Adresse erreichen, ich hoffe, dass ich in Uganda auch mal zum Mailen komme, ansonsten wieder ab Mitte Maerz in Deutschland!



Liebe Gruesse von Eurer Nici
Nici am 03.03.08 um 18:14
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25.02.2008 - Letzte Woche
Guten Abend allerseits!



Es ist unglaublich, nun ist schon die letzte Woche angebrochen... kaum zu glauben und sehr schade. Die Arbeit in der Baraka macht mir nach wie vor grossen Spass und ist einfach sehr erfuellend. Durch die momentane Lage in Kenia sind einfach immer noch wenig Patienten pro Tag in unserer Ambulanz, obwohl sicherlich viele Hilfe benoetigen wuerden.



Die kurzfristigen Unruhen im Slum, von denen ich in meiner letzten Rundmail berichtet habe, haben sich wieder gelegt. In den Nachrichten heisst es, dass es wohl bald eine friedliche Loesung unter der Vermittlung von Kofi Annan geben wird. Fuer spaetestens Mittwoch wird ein Statement erwartet. Und danach hoffe ich,dass nach und nach auch wieder die Menschen zurueckkehren werden oder sich aus den Hauesern trauen. Andererseits ist die Strasse im Slum schon wieder deutlich mehr bevoelkert als am Anfang.



Unser Wochenende haben wir in Nairobi verbracht. Am Freitag abend gingen Caro, Uli, Vincent, Robbin und ich tanzen in einer Disco in der Stadt (F1 oder so), was anfangs ganz gut war, aber dann wurden die Prostituierten, die leider zuhauf in den Discos sind selbst uns gegenueber so aufdringlich und ausserdem die Musik auch schlechter, so dass wir wieder gefahren sind.



Samstags habe ich dann mit Fabian (Peters Assistent) und Uli sein Farm-Projekt in Isinya besucht. Im Vergleich zum letzten Jahr hat es tolle Fortschritte gemacht: Die Gebauede stehen schon und es ist auch schon ein Teil mit vor allem Chilli und Bohnen angepflanzt. Father Peter hat ja ein grosses Stueck Massai-Land gekauft und hat dort eine Schule gebaut, in der Fluechtlingen und auch der einheimischen Bevoelkerung eine Ausbildung im Farming ermoeglicht werden soll.



Gestern waren wir dann wieder im Fitness-Studio von Peter und haben es uns mit einer Massage richtig gut gehen lassen. Abends sind wir dann noch in den Club Afrique gegangen, dort tritt naemlich Sonntag abends ein ganz toller Saenger mit seiner Band namens Eric Wainaina auf. Wer mag, kann gerne mal im Internet reinhoeren, tolle Musik und tolle Show. Wir (Caro, Uli, Frizt, Vincent, Elisabeth, Robbin und Christine(aus Ruanda)) haben den Abend sehr genossen, es war einfach perfekt!!! Liebe Claudia, wir haben viel an Dich gedacht und Eric von Dir gegruesst!



Heute morgen kamen dann ja Harald und Barbara an, die gleich den ganzen Tag verplant waren :-) Nach einem wunderschoenen Abendessen draussen im Garten haben wir uns hier in gemuetlicher Runde noch ueber dies und das unterhalten. Fuer die naechsten Tage haben wir noch ein schoenes Essen bei Karin Rapp geplant und ausserdem wollen wir nochmals beim Schneider unsere Kleider abholen. Am Freitag abend werden Caro und ich ja schon nach Nanjuki fahren, um den Mt. Kenia zu besteigen.



So, heute gabs mal nichts Medizinisches, zur Erholung fuer alle Nichtmediziner :-))



Liebe Gruesse und bis bald von Eurer Nici
Nici am 26.02.08 um 23:08
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20.02.2008 - Keine Loesung in Sicht
Guten Abend,



die Verhandlungen in Kenia scheinen sich noch etwas hinzuziehen, da sich vor allem Kibaki um keinen Millimeter bewegt. Daher gab es heute eine Ankuendigung von Raila Odinga, dass fuer naechsten Mittwoch wieder Massenproteste angesagt sind, falls die Verhandlungen nicht zu einem Ergebnis kommen. Wir sind alle schon sehr gespannt.



In Mathare gab es heute wieder etwas Unruhen, allerdings nur in Area 1 und 2, in unserem Bereich war es ruhig. In Area 1 und 2 wurden Familien fruehmorgens oder nachts von der Polizei abgefuehrt, die Begruendungen sind widerspruechlich, mal wird gesagt, dass sie verhaftet wurden, da sie ihre Miete nicht bezahlt haben, mal wurde von "Hausbesetzern" gesprochen. Schon komisch, dass die Polizei in dieser Situation nichts besseres zu tun hat. Die Folge davon war, dass wieder ein Matatu (Kleinbus) in Flammen aufging und einige Menschen verpruegelt wurden.



Dementsprechend war heute in der Baraka auch nicht sehr viel los, wir hatten ca. 130 Patienten und waren relativ frueh fertig. Heute waren einige extrem unterernaehrte Kinder in der Baraka. Ein kleines Maedchen kam mit einer schweren Lungenentzuendung, ist 1 Jahr alt, knapp 5 kg und leider - wie die Mutter - HIV positiv. Sie sind beide im Blue House (Aerzte ohne Grenzen) in Behandlung und lediglich bei uns im Feeding program. Eine andere 7jaehrige hatte jede Menge Rasselgerausche im linken oberen Lungenfeld, die habe ich entgegen den Richtlinien gleich mal zum Roentgen geschickt, da sie schon seit 7 Monaten hustet und deutlich an Gewicht abgenommen hat. Bin gespannt, ob sich meine Verdachtsdiagnose einer TB bestaetigt. Dann kamen auch die beiden Fruehgeborenen wieder zu mir, beide haben prima an Gewicht zugenommen, jeweils um die 400 g pro Woche, dank Muttermilch und Lactogen.



Nach der Arbeit sind wir dann gleich zum Schneider gefahren, um unsere Kleider (Roecke, Blusen und Hosenanzuege) abzuholen. Eine kleine Kostprobe davon schicke ich Euch mal mit. Das Beste daran war die Modeschau, die wir hinterher fuer Barbara und Sigrun gemacht haben. Fritz konnte leider nicht dabeisein, da er eine bekannte deutsche Familie besucht hat.







Jetzt werde ich noch ein bisschen lesen. Ein super tolles und ergreifendes Buch ist uebrigens: 28 Stories ueber AIDS in Afrika. Kann ich Euch nur waermstens empfehlen.



Liebe Gruesse von Eurer Nici
Nici am 23.02.08 um 22:24
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18.02.2008 - Amboseli und Baraka
Guten Abend,



nach einem wunderschoenen Wochenendausflug in den Amboseli sind wir gestern abend wieder zurueckgekommen. Es ist unwahrscheinlich, wie krass die Gegensaetze sind zwischen Mathare und dem Amboseli Nationalpark. Das war ja schon immer so, aber in der momentanen Situation ist es noch viel extremer. Dennoch konnten wir das Wochenende in vollen Zuegen geniessen. Wir haben unglaublich viele Tiere gesehen und ab und zu hat auch der Kili ueber die Wolken geschaut. Am Samstag abend sind wir nach dem Abendessen noch nach draussen gegeangen und haben direkt vor uns (nur ein Zaun war dazwischen) eine grasende Elefantenherde gesehen, unglaublich schoen!!! Abgesehen von den Safaris haben wir gemuetlich am Pool gelegen, gelesen und uns richtig erholt. Es war ein Ausflug, von dem wir noch lange zehren koennen und der Amboseli Nationalpark ist auch immer wieder schoen!







Am Freitag nachmittag kamen die Aerzte von MSF nochmals kurz in die Baraka und haben uns gewarnt, da Unruhen im Slum geplant waren. Allerdings war das zum Glueck nur eine Fehlmeldung. Es gibt momentan keine neuen Unruhen, allerdings gibt es in Mathare immer wieder Ecken, in denen die Leute verschlagen und ausgeraubt werden, auch bei Tageslicht. Besonders um das Feedingprogramm herum soll es etwas unsicher sein. Wir fahren daher jeden Tag weiterhin mit dem Auto in den Slum mitsamt den ganzen Mitarbeitern. Insgesamt ist es ruhig geworden, leider noch nicht friedlich. Die Verhandlungen dauern an und leider gibt es bis dato noch keine Einigung. Nach wie vor ist es so, dass die Situation jederzeit wieder explodieren kann. Wir merken das auch an der Patientenzahl. Nach wie vor sind leider nicht viele Patienten in der Baraka (ca. 200/Tag). Viele sind waehrend der Unruhen gefluechtet und aufs Land gefahren und noch nicht wieder zurueckgekehrt. Sollte die Situation so bleiben, muessen wir natuerlich ueberlegen, ob weiterhin 6 Aerzte notwendig sind. Allerdings glaube ich, dass es im Moment noch nicht absehbar ist, wie sich die Situation entwickelt. Und nach wie vor ist es auch nicht schlecht, wenn man ein bisschen mehr Zeit hat fuer den einzelnen Patienten, da sie doch viel Schlimmes erlebt haben.



Heute kam z.B. ein Vater mit 6 Kindern zu mir, der auch vertrieben wurde und nun in Mathare Zuflucht gesucht hat. Die erste Frau ist gestorben, die 2. hat ihn verlassen und nun steht er da mit seinen 6 Kindern und hat kein Dach ueber dem Kopf. Ich sage ja immer zu den Patienten, dass wir momentan eine Art Starthilfe leisten koennen, zB koennen wir Matrazen, Decken, Geschirr, Essen und evtl. 1-2 Monatsmieten bezahlen (wir das bedeutet das Geld, das ich von Freunden bekommen habe), aber in der Zwischenzeit muesste er sich Arbeit suchen und dann selbst fuer die Familie aufkommen. Er sagt, er wird das auch machen, allerdings moechte er erstmal alle Kinder in einem Haus wissen, damit er ruhigen Gewissens nach einer Arbeit suchen kann. Ein sehr angenehmer Mann. Die gesamte Familie ist jetzt im Feeding program.



Soviel mal fuer heute, der Computer ist zur Zeit sehr gefragt, da wir ja jetzt 6 Aerzte sind, daher fasse ich mich kurz.



Morgen haben wir wieder Swahili Unterricht, am Mittwoch werden wir unsere geschneiderten Kleider und Hosenanzuege abholen, am Donnerstag gehen wir mit Karin Rapp und Father Peter, Fabian und Vincent ins Theater, am Wochenende werden wir dann hierbleiben und evtl. ins Nairobi National Museum gehen, das wieder geoeffnet ist und allerlei kleinere Dinge unternehmen, ja und dann kommt leider schon meine letzte Woche. Ich bin schon jetzt wieder traurig, da ich dieses Land, die Leute und die Arbeit so sehr liebe, aber der naechste Einsatz kommt ja bestimmt.



Liebe Gruesse von Eurer Nici


Nici am 19.02.08 um 18:55
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13.02.2008 - Feeding Program
Hallo an alle,

heute war ein besonderer Tag fuer mich, denn ich war den ganzen Tag im Feeding Program und habe unendlich viele Kinder gesehen :-) Es hat grossen Spass gemacht und es ist superschoen, zu sehen, wie die meisten der Kinder wirklich gut an Gewicht zugenommen haben. In der Baraka waren ansonsten heute nur wenig Patienten, da irgendwelche Demonstrationen geplant waren, die dann aber wohl doch nicht stattgefunden haben. Abends haben wir dann noch Carolyne - eine Mitarbeiterin aus dem HIV Programm - besucht, um ihr kleines Toechterchen zu sehen. Dort haben wir das erste Mal, seit wir hier sind, Ugali und Sukumawiki (wie schreibt man das eigentlich) gegessen. Fuer alle, die sich nicht auskennen: So eine Art Reis-Maisbrei mit spinataehnlichem Gemuese. Da es jetzt schon ganz schoen spaet geworden ist, schicke ich Euch nur kurz die Bilder und sage mal Gute Nacht!











Eure Nici
Nici am 14.02.08 um 20:03
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12.02.2008 - Muede Gruesse
Hallo an alle!



Seit 2 Tagen arbeiten wir nun vollzaehlig in der Baraka und so kommt immer mehr ein Gefuehl der Normalitaet auf. Es macht Spass, wieder mit 6 Aerzten hier zu sein, wir verstehen uns auch sehr gut und die Stimmung im Team ist prima. Gestern waren wir ganz ordentlich beschaeftigt, heute waren wieder etwas weniger Patienten da. Dafuer waren wir dann noch ne Runde schwimmen und hatten Swahili-Unterricht. In Mathare sind auch wieder mehr Leute auf der Strasse und es sieht nicht mehr so aus wie in einer Geisterstadt. Hoffentlich finden die Politiker eine Loesung, ansonsten kann der oberflaechliche Frieden auch ganz schnell wieder kippen.



Das bestimmende Thema in der Baraka ist nach wie vor HIV. Da ich ja momentan viele Kinder sehe, kommt es leider auch oefters vor, dass ich die Muetter zum Test schicke, da die Kinder mangelernaehrt sind und sie dann positiv zurueckkommen. Gestern ist es mir leider auch passiert, dass die Mutter mitsamt dem Kind dann gar nicht mehr zurueckkommen. Caro hat heute eine junges 13jaehriges Maedchen gesehen, die im Rahmen der Unruhen von einem Mann ins Haus gelockt wurde. Er meinte, sie solle schnell hereinkommen, ansonsten wuerde sie draussen sterben, danach hat er sie vergewaltigt. Gestern hatten sie in der Schule dann durchgenommen, dass HIV durch Geschlechtsverkehr uebertragen wird, also hat sie sich heute aufgemacht und ist allein zum VCT gekommen. (Freiwilliger HIV Test). Die Mutter hat sie wohl verlassen und der Vater war einer der Patienten, die wir in unserer ersten Woche aus Mathare mit dem Auto geholt haben und ins Krankenhaus eingewiesen haben, da es ihm so schlecht ging. Somit steht sie also ganz allein da und konnte sich bisher auch noch niemandem anvertrauen. Der aktuelle HIV Test war negativ. Allerdings hat sie wohl furchtbar geweint, Caro und Fetika waren auch ganz fertig in der Mittagspause und uns allen standen bei dieser Erzaehlung die Traenen in den Augen.



Falls es so ruhig bleibt, werden wir am Wochenende eine Safari in den Amboseli-Nationalpark machen und sind gespannt, ob das klappen wird.



Liebe Gruesse aus dem warmen Nairobi und bis bald von Eurer Nici

Nici am 13.02.08 um 23:29
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Bilder
Hier nun die versprochenen Bilder:



11 köpfige Familie (2 Kinder warten noch draußen):





Abgebranntes Haus:





Eingeschlagene Mauern eines Hauses:





Fußballfeldgroßes Areal, das dem Erdboden gleichgemacht wurde:





Sprechzimmer in der Primary School:







Nici am 11.02.08 um 20:47
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Sonntagsruhe
Guten Morgen,



es ist noch recht frueh am Sonntag morgen, dennoch scheint schon die Sonne, die Voegel zwitschern und ich geniesse die Ruhe, da alle noch schlafen. Und so kam ich endlich mal dazu, ein paar Bilder zu verschicken, ich hoffe, sie sind angekommen.



Nach dem Regen und Gewitter hat es mich seit Freitag mit einer "common cold" erwischt, aber heute geht es schon deutlich besser. Am Freitag war der erste "fast normale" Tag in Mathare. Es kamen mehr Patienten, ca. 150 und beim Zurueckfahren war wieder Leben in Mathare: Viele Menschen, die auf der Hauptstrasse liefen, viele Geschaefte, die wieder aufhatten und viel Verkehr. In Nairobi gibt es wieder Stau (gestern standen wir schon ca. 3 Stunden darin :-)), aber wir freuen uns drueber, da es ein Zeichen der Normalitaet ist. Nach wie vor gibt es noch keine politische Loesung und wir hoffen alle sehr, dass diese doch sehr oberflaechliche Ruhe nicht wieder kippt.



Vom Freitag ist mir vor allem ein junges Maedchen noch in Erinnerung, die 16 Jahre alt ist und mit ihrer Mutter in die Baraka kam, weil sie einen Harnwegsinfekt hatte. Ausserdem meinte die Mutter seien am Hals noch so komische Knoten. Sie hatte auf der linken Halsseite (nuchal) in der Tat grosse Lymphknoten und nachdem sie vom HIV-Test zurueckkam, war sie wirklich positiv. Es ist fuer sie und ihre Mutter natuerlich eine Welt zusammengebrochen und ich bin nur froh, dass wir so gute Counceller (das sind die Mitarbeiter, die den HIV Test durchfuehren, den Patienten vorher ueber die Erkrankung aufklaeren und hinterher das Ergebnis mitteilen. Sie haben eine psychologische Zusatzausbildung) haben und den Patienten durch unser HIV Projekt auch wirklich Hoffnung geben koennen! Ich weiss auch, dasss im Vorfeld ja viel diskutiert wurde, ob dieses Projekt und die antiretrovirale Therapie ueberhaupt durchfuehrbar sind, da wir ja vor allem Basismedizin machen moechten. Aber ich muss sagen, dass HIV leider zur Basismedizin gehoert und man daran einfach nicht vorbeikommt und ich froh bin, dass Aerzte fuer die 3. Welt in Kooperation mit CMMB diesen Weg einschlaegt.



Gestern morgen waren wir dann mit Karin Rapp noch in Kitengela, einer Glasblaeserei mit wunderschoenen handgefertigten Kunstwerken, Glaesern, Schalen, Spiegel... Natuerlich haben wir auch wieder viele Dinge eingekauft und hoffen, dass die 30 kg fuer den Ruecklug reichen werden :-))



Apropos Karin Rapp, fuer all diejenigen, die sich fuer ihr Projekt interessieren hier noch die Homepage: www.ysp-kenia.de. Fuer ca. 500 Euro im Jahr kann man einen Schueler oder eine Schuelerin sponsern, damit sie in die weiterfuehrende Schule gehen koennen.



Gestern abend sind ja die 3 Aerzte gut hier angekommen: Fritz Kluge aus Freiburg, Ulrike Gaiser aus Memmingen und Sigrun Lutz aus Wackerow. Wir haben noch zusammen lecker zu Abend gegessen und sind dann alle todmuede ins Bett gefallen. Kaum zu glauben, dass schon wieder 3 Wochen vorbei sind. Das bedeutet, dass ich nur noch 3 Wochen in der Baraka arbeiten kann, was mich sehr traurig macht, da mir die Arbeit dort so gut gefaellt...



Euch allen wuensche ich einen schoenen Sonntag und schicke Euch ein paar Grad mit nach Deutschland (Sonne habt ihr ja, wie ich gehoert habe) - Eure Nici
Nici am 11.02.08 um 20:34
 
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