Wichtiger Hinweis!
Am 18.11.2017 wurde in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung die Auflösung des Vereins beschlossen.
Wir bedanken uns bei allen Mitgliedern, Paten und Spendern für die Treue und Unterstützung in fast 10 Jahren.
Jeder Cent, der noch auf dem Vereinskonto eingeht, kommt garantiert noch bei den Kindern in Pengo an.
Herzliche Grüße
Claudia und Rainer Bürkle
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Wichtiger Hinweis! Am 18.11.2017 wurde in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung die Auflösung des Vereins beschlossen.
Wir bedanken uns bei allen Mitgliedern, Paten und Spendern für die Treue und Unterstützung in fast 10 Jahren.
Jeder Cent, der noch auf dem Vereinskonto eingeht, kommt garantiert noch bei den Kindern in Pengo an.
Herzliche Grüße
Claudia und Rainer Bürkle

Intro

Wir möchten Euch in Form eines fiktiven Interviews eine Retrospektive auf die letzten spannenden 10 Jahre geben. Ihr als unsere Spender und Unterstützer habt ein Recht darauf, zu erfahren, warum wir unsere Arbeit nicht mehr fortsetzen.

Frage: Wenn Ihr auf die letzten fast 10 Jahre zurückblickt, was waren die Highlights, was waren die Tiefpunkte?

Antwort:
Am Anfang war unsere Arbeit in Kenia eine große Herausforderung. Alles war neu. Das Land, die Sprache, die Kultur, die Menschen.
Neben den vielen kleinen und großen Ereignissen, die zu erzählen, ein Buch füllen würde, waren 4 Dinge echte Highlights:

  • Ganz vorne steht das Bohrloch, dessen Fertigstellung uns fast 6 Monate und jede Menge Nerven gekostet hat, das aber essentiell für das gesamte Projekt war und ist.
  • An zweiter Stelle stehen Land und Leute, die uns mit ihrer kulturellen und landchaftlichen Schönheit immer wieder fasziniert haben – ganz besonders die Tierwelt, die wir auf einigen Safaris erleben durften.
  • Ein sehr emotionales Erlebnis war der Besuch der ersten Abschlussklasse im Herbst 2016. Nachdem wir den Schülerinnen und Schülern alles Gute für die Prüfungen gewünscht hatten – die übrigens alle bestanden haben -, stand einer der Schüler auf und hielt eine kleine Rede. In dieser Rede bedankte er sich auch im Namen seiner Kameraden dafür, dass wir die Schule gebaut haben, dafür, dass wir für Essen gesorgt haben, dafür, dass er in den Internatsklassen das erste Mal in seinem Leben in einem richtigen Bett schlafen durfte. Er beendete seine kurze Rede mit dem Worten: «In our eyes your are more than our parents». (Für uns seid ihr mehr als unsere Eltern). Sabrina, Claudia und ich hatten Tränen in den Augen.
  • Eine sehr beeindruckende Erfolgsgeschichte war das Mikroskop, das wir der Krankenstation in Mwaluphamba geschenkt haben. Dies führte dazu, dass es mittlerweile einen fest angestellten Labormitarbeiter gibt. Das Beste ist aber, dass die Menschen jetzt nicht mehr eine Woche auf Ergebnisse von Blutuntersuchungen warten müssen, sondern eine eventuell notwendige Therapie noch am selben Tag begonnen werden kann.

Frage: Und was waren die Tiefpunkte?

Antwort:

  • Die größte «Niederlage», die wir erfahren mussten, war, dass eigentlich alle Menschen in Kenia, auch langjährige Bekannte, ständig versuchen, uns auszunehmen. In ihren Augen sind wir eine Bank, die man jederzeit anbetteln kann.
  • Die zweite «Niederlage» ist ganz klar das Scheitern des von uns geplanten Landwirtschaftsprojekts.

Frage: Was habt Ihr in den letzten Jahren erreicht.

Antwort:

  • Wir haben eine vollständige staatliche Grundschule aufgebaut. Wenn Ihr auf www.google.de/maps die Koordinaten -4.244368 39.366691 eingebt, könnt Ihr sehen, was wir alle gemeinsam in den letzten Jahren geschaffen haben.
  • Wir haben die beiden Nachbarschulen Burani und Tserazani, die beide jeweils fast 1000 Schülerinnen und Schüler haben, durch «unsere» Schule entlastet.
  • Wir haben für die 7. und 8. Klasse Internatsunterbringung eingeführt, was die wenigsten Schulen in dieser Gegend machen, was aber einen sehr deutlichen Einfluss auf die Abschlussergebnisse hat.
  • Wir haben die Gesundheit der Kinder durch die Schulspeisung und die Health-Action-Days verbessert.
  • Dadurch dass die Kinder das Wissen aus den Gesundheitsaufklärungen in ihre Familien gebracht haben, haben wir zur Verbesserung der Hygiene in dieser Gegend beigetragen.

Frage: Was ist Euch nicht gelungen, wo habt Ihr gewissermaßen versagt?

Antwort:

  • Es ist uns nicht gelungen, eine Berufsschule und eine Musterfarm aufzubauen.
  • Auch ist es uns nicht gelungen, die Menschen in Kenia davon zu überzeugen, dass sie selber aktiv zur Verbesserung ihrer Lebensumstände beitragen können.
  • Das Konzept «Hilfe zur Selbsthilfe» ist leider nicht vollständig aufgegangen.
  • Unsere Hilfe hat die Eigeninitiative der Menschen in Pengo/Kenia zu Beginn weitgehend gestoppt. Im Laufe der Jahre ist dies allerdings besser geworden.
  • Die Menschen haben durch unsere «Hilfe» umgeschaltet vom Modus «ich muss um mein täglich Brot kämpfen» in den Modus «Da ist jemand, der uns versorgt». Das ist nur allzu nachvollziehbar.
Wir haben immer versucht, ein partnerschaftliches Verhältnis zu den Menschen in Kenia aufzubauen, zu den Eltern, Lehrern, Kindern und unseren Mitarbeitern. Doch wir wurden von ihnen lediglich auf die Rolle der Geldgeber reduziert. Alles andere interessiert sie nicht wirklich. Das ist einerseits verständlich, wenn man die Verhältnisse betrachtet, in denen diese Menschen leben und daneben unsere Verhältnisse sieht, bzw. unsere Verhältnisse aus der Sicht der Kenianer. Andererseits ist es enttäuschend, da unsere Kultur Partnerschaft als einen Leitwert etabliert hat.
Ebenfalls ist es uns nicht gelungen, genügend eigenes Engagement zu fördern, und das obwohl wir versucht haben, Anreize durch Prämien zu schaffen. Offensichtlich sind viele der Menschen, die wir kennen gelernt haben, nicht in der Lage, sich vorzustellen, dass es auch anders oder besser gehen könnte.

Frage: Was hat Euch überrascht?

Antwort:
Was uns immer wieder überrascht hat, ist das grandiose Improvisationstalent, das aus dem täglich erlebten Mangel entsteht.
Die Menschen sind gewissermaßen Meister im Mangelmanagement.

Frage: Welche Erwartungen, Wünsche, Träume hattet Ihr anfangs? Was ist daraus geworden?

Antwort:

  • Unser Traum von einer Musterfarm, der im Laufe unserer Arbeit entstanden ist, ist leider nicht umgesetzt.
  • Von der Umsetzung unseres Traums einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit sind wir weit entfernt.

Frage: Was habt Ihr gelernt?

Antwort:
Neben der Sprache haben wir einen sehr tiefen Einblick in die Kultur Ostafrikas bekommen und ein faszinierendes Land kennen gelernt.
Wir mussten aber auch erfahren, dass Menschen, denen wir helfen wollten, mit den mit unserer Hilfe verbundenen Erwartungen überfordert sind.
So haben wir z.B. folgendes erwartet:

  • Aktive Rückmeldungen (in Form von Berichten, Information über Schulereignisse)
  • Proaktives Informieren (über Ferientermine oder ungeplante Ereignisse)
  • Planen (Nicht erst anrufen, wenn kein Geld mehr auf dem Konto ist, sondern schon vorher)
  • Genaue Abrechnungen und Angebote (Es gab immer wieder Rechenfehler, und das obwohl mittlerweile fast jeder Kenianer ein Handy mit eingebautem Taschenrechner hat)

Frage: Was würdet Ihr nie wieder machen?

Antwort:
Wenn wir noch einmal ein Hilfsprojekt in Kenia starten würden, würden wir eine bereits existierende Schule unterstützen.

Frage: Was hat Euch all die Jahre angetrieben?

Antwort:
Der Glaube an die Bedeutung des eigenen Handelns.
Der Glaube, dass wir alles, was wir vorhaben, auch umsetzen können

Frage: Was fühlt Ihr, wenn Ihr zurückblickt?

Antwort:

  • An erste Stelle empfinden Dankbarkeit für
    die Unterstützung durch unsere Spender und Paten,
    die Begegnungen,
    die Erfahrungen in Deutschland und Kenia, die wir machen durften
    die vielen Menschen, denen wir im Zuge unserer Arbeit in Deutschland und Kenia begegnet sind und die Freundschaften, die sich daraus ergeben haben.
  • Und wir sind natürlich mega-Stolz auf das, was wir gemeinsam mit Euch erreicht haben.
  • Wir fühlen Zufriedenheit, weil wir wissen, dass wir die Welt ein ganz klein wenig besser gemacht haben.
  • Wir fühlen Enttäuschung, weil letztendlich nicht alle unsere Träume umgesetzt werden konnten.
  • Die anfängliche Euphorie ist leider einer gewissen Ernüchterung gewichen.
  • Die Rolle des Vereinsvorstands ist Teil unserer Identität geworden.

Frage: Warum macht Ihr nicht mehr weiter?

Antwort:
Traum von Musterfarm nicht umsetzbar.
Enttäuschung über mangelnde Unterstützung in Kenia.
Enttäuschung über mangelnde Unterstützung bei den Arbeiten in Deutschland.
Enttäuschung über mangelnde Zusammenarbeit mit den Menschen in Kenia.
Enttäuschung darüber, dass wir auf die Rolle der Geldgeber reduziert werden.
Der Glaube an die Bedeutung des eigenen Handelns ist immer noch vorhanden. Allein, der Glaube an die Wirksamkeit unseres Handelns in Kenia ist geringer geworden.
Die tägliche Aufopferung für die Kinder anderer Menschen mit dem Ziel, ihnen ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen, ist unserem Bedürfnis nach einem weniger fremdbestimmten Leben gewichen.
Unser Lebenskonzept, unsere Zukunftsplanung, sieht für die nächsten Jahre noch etwas anderes vor, als unsere job-bedingt immer weniger werdende Freizeit für Aktivitäten in oder für Kenia zu verwenden. Nach 10 Jahren des Altruismus beanspruchen wir jetzt das Recht auf mehr Egoismus.

Frage: Was passiert mit der Schule?

Antwort:
Da die Sabrina Primary School eine reguläre Kenianische Schule ist, wird sie weiter existieren.

Fragen, Anregungen und Kritik könnt Ihr jederzeit gerne an info@kwale.org senden.

Herzliche Grüße

Claudia und Rainer Bürkle

Heute ist der 22.11.2017, 15:45 Uhr.

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